Indien "Kalledevarapura" Bewertungen

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Indien "Kalledevarapura"

ab 6,50 EUR

Art.Nr. 296

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Geschrieben von Ivor Joedy . am 13.09.2021

Nougat-Praline

Meine erste Begegnung mit diesem Kaffee war, wie jemandem die Hand schütteln, der keinen Kopf hat. Nur wenig Säure, eine leichte Bitterkeit, nussig mit kaum einem Anklang an Süße und darunter manifestiert sich eine außergewöhnliche Kompaktheit. Eine Art erdige, fast humusartige Dichte, so als würde man von einer Nougatcrème die Milchnoten abziehen. Dieser Kaffee, dachte ich, ist ganz "Untersatz". Vielleicht das Richtige für Mischungen, besonders wenn man die stark koffeinhaltige Robusta durch eine Arabica ersetzen möchte.

Ich folgte der Empfehlung es mit Milch zu versuchen und ein Nougatgeschmack trat hervor, wie ich es von anderen Kaffees nicht kenne, doch eine Winzigkeit fehlte noch.

Diesmal nahm ich den Siebträger und während er aufwärmte, brütete ich über dem Namen des Dorfes Kalle-devara-pura.
- kalle: alleine, einsam, auch schwarz oder eine Ethnie
- devara: der Schwager, auch Ehemann usw.
- pura: das Erfüllen, auch Reinheit usw.

Um der Einsamen-Schwiegerleute-Erfüllung willen tat ich in die kleinen Espressotassen aus dem Tiefkühlfach einen Löffel jener Schlagsahne, hinter deren Geheimnis die Bekannten vergeblich zu kommen versuchen. Das "Eis" schmolz und die Tester*innen verdrehten die Augen: Hmm ... eine Toffee-Praline! Das Missing Link war die Spur Tonkabohne*.

Das Richtige für Nachmittage, wenn man weder Lust hat auf einen klassischen Napoletano noch auf den großen Cappuccino. Und außerdem kann man sich den Ruf eines Kaffeexperten erwerben, ohne etwas dafür zu können.

* Gibt es z. Bsp. bei Rewe von der Fa. RUF als Tonka-Zucker mit
Vanille.

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